„Keine Zeit verlieren“: Wie ein Makler einen Großschaden steuert

Mai 2026

Große Brandschäden bringen Betriebe an den Rand des Stillstands und stellen auch Makler und Versicherer unter enormen Zeitdruck. Entscheidend ist dann, dass alle Beteiligten schnell handlungsfähig sind und die nächsten Schritte sauber ineinandergreifen. Wie das in der Praxis gelingen kann, zeigt ein Schadenfall aus Juni 2025 aus Mehrstetten (Baden-Württemberg). 

Benjamin Rohloff, Geschäftsführer des VR Versicherungsbüros Jürgen Rohloff Assekuranz-Makler GmbH, hat den Fall begleitet und schildert im Interview, wie er den Brandschaden erlebt hat – und worauf es im Ernstfall tatsächlich ankommt. 

 

Der erste Schritt: Reagieren, während noch gelöscht wird 

Im konkreten Fall gerät ein metallverarbeitender Betrieb in Mehrstetten in Vollbrand. Große Teile der Halle sowie Maschinen werden zerstört, der Schaden geht in die Millionen. Ein Mitarbeiter erleidet eine leichte Rauchgasvergiftung. Als mögliche Ursache wird ein technischer Defekt an einer Photovoltaikanlage vermutet. 

Rohloff bekommt den Brand nicht gemeldet, er sieht die Rauchentwicklung selbst und fährt sofort zum Kunden: „Aufgrund des Ausmaßes war sofort klar, dass es sich um ein größeres Schadenereignis handelt.“ Er trifft ein, während die Feuerwehr noch löscht. Noch am selben Tag wird der Schaden aufgenommen und an den Versicherer (SparkassenVersicherung) weitergeleitet, parallel wird ein Brandsanierer eingebunden. “Entscheidend war hier, dass keine Zeit verloren geht und bereits während der akuten Phase die nächsten Schritte professionell vorbereitet werden“ sagt er zum Vorgehen. Und weiter: „In den ersten Stunden ist es entscheidend, Ruhe in die Situation zu bringen und gleichzeitig strukturiert sowie schnell zu handeln.“ 

Drei Tage später läuft die Produktion wieder 

Der Ablauf in den folgenden Tagen zeigt, wie eng die Taktung ist: Bereits am Sonntagabend werden erste Maßnahmen angestoßen. Am Montag werden die notwendigen Sachverständigen beauftragt für Gebäude, Inhalt, Maschinen und Betriebsunterbrechung, ergänzt um einen Chemiker. Am Dienstag kommen alle Beteiligten vor Ort zusammen. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Die Produktion kann bereits am Donnerstagabend wieder anlaufen.

„Aktive Steuerung des gesamten Prozesses“: Die Rolle des Maklers im Schadenfall 

Der Fall zeigt sehr deutlich, dass sich die Aufgabe des Maklers nicht auf die reine Schadenmeldung beschränkt. Benjamin Rohloff beschreibt sein Vorgehen als koordiniert und parallel auf mehreren Ebenen. „Neben der Schadenaufnahme lag der Fokus auf der aktiven Steuerung des gesamten Prozesses“, sagt er rückblickend. 

Genau darin liegt aus Maklersicht ein wesentlicher Mehrwert: Den Kunden nicht mit dem Schaden allein zu lassen, sondern Orientierung zu geben, Maßnahmen anzustoßen und die richtigen Stellen frühzeitig zusammenzubringen. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass nicht jede Maßnahme isoliert entschieden werden sollte. Bei komplexen Großschäden ist die enge Abstimmung mit Versicherer, Sachverständigen und Sanierungspartnern entscheidend, um Schadenminderung und weitere Schritte sinnvoll aufeinander abzustimmen. 

Was in der Zusammenarbeit den Unterschied gemacht hat 

Aus Sicht des Maklers war die Zusammenarbeit mit der SV ein wesentlicher Erfolgsfaktor: „Besonders hervorzuheben ist die sehr hohe Professionalität und Reaktionsgeschwindigkeit des Schadenregulierungsbeauftragten.“

Auch die Sachverständigen bewertet er klar: „Die Sachverständigen haben durch pragmatische Herangehensweise mehr als überzeugt.“ 

„Sehr gutes Miteinander aller Beteiligten“: Warum der Schaden schnell bewältigt wurde 

Besonders positiv hebt Benjamin Rohloff das Zusammenspiel aller Beteiligten hervor. Sein Fazit dazu ist eindeutig: „Was in diesem Fall besonders überzeugt hat, war das sehr gute Miteinander aller Beteiligten. Die Abstimmung war von Anfang an transparent, klar und auf schnelle Lösungen ausgerichtet.“ 

Entscheidend waren aus seiner Sicht die schnelle Einbindung eines Chemikers, das zügige Zusammenführen aller Experten vor Ort und die hohe Schlagkraft des Sanierungsunternehmens. Dieses war kurzfristig mit über 50 Personen im Einsatz. Das Ergebnis war bemerkenswert: „Die Produktion konnte bereits am Donnerstagabend wieder anlaufen.“ 

Vorbereitung schlägt Reaktion: Was Makler konkret mitnehmen können 

Der Fall zeigt auch, dass einfache organisatorische Grundlagen im Ernstfall entscheidend sein können. Rohloff nennt konkret: Maschinenaufstellpläne, Lagepläne und einheitliche Maschinenbezeichnungen. „Die Qualität der Schadenregulierung steht und fällt mit der Zusammenarbeit aller Beteiligten.“, so Rohloffs Fazit. „Es können selbst komplexe Schäden in erstaunlich kurzer Zeit bewältigt werden.“

Für Makler bedeutet das: Vorbereitung, klare Abläufe und schnelles Handeln entscheiden darüber, wie gut ein Kunde durch den Schaden kommt.